Stimmen zu Casanova

Stefan Zweig über Casanova: „Man kann ihn verachten, unsern verehrten Freund, wegen mangelnder Moral und geringen sittlichen Ernstes, man kann ihn widerlegen als Historiker und desavouieren als Künstler. Nur eines kann man nicht mehr, ihn wieder tot machen, denn trotz aller Dichter und Denker hat die Welt seitdem keinen romantischeren Roman als sein Leben erfunden und keine phantastischere Gestaltung als seine Gestalt.“

„Und damit erklärt sich das ganze Geheimnis von Casanovas Leichtigkeit und Genie: er hat, der Glückliche, nur Sinnlichkeit und keine Seele. Niemandem und nichts durch Ernst verbunden, auf keine Ziele zusteuernd und von keinem Bedenken gehemmt, vermag er ein anderes Tempo aus sich herauszuholen als alle die zielstrebigen, moralbefrachteten, an soziale Würde gebundenen, mit sittlichen Bedenken überlasteten Menschen: daher sein einziger Elan, seine unvergleichliche Schwungkraft!“
(Aus: „Drei Dichter ihres Lebens. Casanova – Stendhal – Tolstoi“)

Roger Willemsen bezeichnet Casanovas „Geschichte meines Lebens“ als „größte Memoiren-Literatur“ und sieht darin „… die vollständigste Abbildung des 18. Jahrhunderts, die man sich vorstellen kann.“

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Der Schriftsteller Hermann Kesten sagte über Casanovas Hauptwerk: „Das ganze 18. Jahrhundert tummelt sich in seinen Memoiren und lacht, und räsoniert, und hurt, in keinem anderen Buch ist es so lebendig, so deutlich, so zum Riechen, Fühlen, Schmecken nah.“